Public Relations, Telefax und die Wiedervereinigung

Mein Berufsleben starte ich in einer Agentur für Public Relations in Bonn als Assistentin eines der beiden Geschäftsführer. Ich erledige die Korrespondenz, plane Termine, beantworte Telefonate und übernehme Aufgaben in der Buchhaltung. Ich unterstütze die Projektleiter bei der redaktionellen Arbeit: Presseverteiler pflegen, Pressemappen zusammenstellen, Vorbereitung von Pressekonferenzen.

Die Korrespondenz wird noch per Post verschickt oder zunehmend per Telefax. Besonders eindrücklich ist mir in Erinnerung, wie wir tagelang Pressemitteilungen an Zeitungsredaktionen und Verlagshäuser gefaxt haben. Die Telefonleitungen insbesondere in den Neuen Bundesländern waren ein Jahr nach der Wiedervereinigung noch nicht besonders stabil.

In meinem ersten Job lerne ich vor allem, mit sehr unterschiedlichen und teils auch schwierigen Persönlichkeiten umzugehen. Ich bekomme einen Einblick ins Berufsleben. Nach eineinhalb Jahren keimt in mir der Wunsch auf, mehr und Neues zu lernen.

Europasekretärin

In der Schule

Mit 19 Jahren und dem Abitur in der Tasche habe ich keine Ahnung, wie es weitergehen soll. Im Unterschied zu heute hat uns niemand danach gefragt, was wir einmal werden wollen, was unsere Stärken und Schwächen sind. Sprachen machen mir Spaß, aber ich kann mir kein theoretisches Universitätsstudium vorstellen. Den Studiengang, den ich später wähle, gibt es noch nicht. Deshalb entscheide ich mich für eine Ausbildung zur Europasekretärin in München.

Der Sprachunterricht wird ausschließlich von Muttersprachler*innen in der Fremdsprache gelehrt. Meine Englisch- und Französischkenntnisse festigen sich nachhaltig. Dazu lerne ich Schreibmaschine schreiben, Stenografie, Geschäftsbriefe formulieren, den Umgang mit Microsoft Office Programmen und auch Dinge wie Rechtschreibung, Kommasetzung, die Bedeutung von Fremdwörtern sowie Benimmregeln. Alle Kenntnisse erweisen sich im späteren Berufsleben als äußerst nützlich 🙂