#12 Feinschnitt, Titel, Teaser & Thumbnail
Im Rohschnitt hast du deine Medienproduktion inhaltlich strukturiert, den Sprechertext zu den Schnttbildern formuliert und aufgenommen. Jetzt geht es um den Feinschnitt und die Verpackung für die Veröffentlichung.
In dieser Einheit lernst du deine Medienproduktion technisch sendefertig zu machen, damit sie veröffentlicht werden kann. Dazu gehört auch, einen Titel und einen Beschreibungstext - den sogenannten Teaser - zu formulieren, der potentielle Nutzer*innen neugierig macht, sich deine Medienproduktion anzusehen.
Der Feinschnitt ist der Sprint vor der Ziellinie: Hierfür brauchst du Sorgfalt und Ausdauer. Du bist kurz davor, deine Medienproduktion zu veröffentlichen. Für das bestmögliche Ergebnis lohnt es sich, jetzt dranzubleiben. Der Aufwand ist klein im Verhältnis zu dem Weg, den du schon gegangen bist. Und ganz wichtig: Bitte informiere alle beteiligten Personen, auch die Protagonist*innen, über die Veröffentlichung. Schicke ihnen den Link und bedanke dich bei ihnen.
Zuerst fügst du den aufgenommenen Sprechertext an den vorgesehenen Stellen ein und passt das Timing des Schnitts an den Sprechrhythmus an.
Üblicherweise wird an Satzenden oder Sprechpausen geschnitten. Das hast du idealerweise schon beim Rohschnitt so geplant, in dem du den Sprechertext passend zum Bild getextet und dir laut vorgelesen hast. Bei Sequenzen, also einer Abfolge von zueinander passenden Bildern kann der Sprechertext auch mal über Schnittkanten hinweg weiterlaufen.
Das ideale Timing findest du am einfachsten heraus, indem du Sequenz für Sequenz und Übergang für Übergang aufmerksam anschaust und dabei den Finger auf der Pausetaste hältst. Wenn sich das Timing beim Anschauen stimmig anfühlt, drückst du Pause und schneidest an dieser Stelle. Schaue dir das Ergebnis solange an, bis es harmonisch wirkt.
Die Tonbearbeitung erfolgt in zwei Schritten: Manchmal hast du Töne von unterschiedlichen Personen, die sehr unterschiedlich laut aufgenommen wurden. Deshalb pegelst du den Ton zuerst auf eine einheitliche Lautstärke.
Bei reinen Audioaufnahmen kannst du in diesem Arbeitsschritt auch eventuelle Versprecher, Störgeräusche etc. entfernen. Bei Video geht das nur, wenn die Stimme im OFF zuhören ist. Hörbare Übergänge zwischen den Schnitten, kannst du mit einer Audioblende kaschieren.
Im zweiten Schritt kannst du Effekte einsetzen, etwa eine Kompression, damit die Stimmen kräftiger klingen. Vielleicht musst du auch Rauschen oder Hall entfernen. Es gibt zahlreiche Audioeffekte. Im Internet findest du Tutorials dazu. Nicht alle Effekte sind am Anfang notwendig. Am Wichtigsten ist erstmal eine gleichmäßige Lautstärke.
Unter Farbkorrektur oder Colourgrading versteht man, dass du Helligkeit, Kontrast, Sättigung und Farbtemperatur von Bildern angleichst.
Vielleicht hast du Aufnahmen an unterschiedlichen Orten mit unterschiedlichen Lichtsituationen gedreht. Dann sorgt eine Farbkorrektur für einen gleichmäßigen Look. Auch hier gibt es zahlreiche Möglichkeiten und Tutorials im Internet. Für den Anfang sollten Helligkeit und Farbe harmonisch sein. Grundsätzlich gilt, je besser deine Aufnahmen, umso weniger Arbeit hast du in der Nachbearbeitung.
Zum Schluss bekommt dein Video noch unterschiedliche Arten von Texteinblendungen. Sogenannte Bauchbinden werden eingeblendet, wenn deine Interviewpartner*innen im ON sprechen. Sie bestehen in der Regel aus zwei Zeilen: Vorname Name. Eventuell mit Titel, z.B. Prof. oder Dr. Der niedrigere Titel kann auch weggelassen werden, wenn eine Person mehrere Titel hat. In der zweiten Zeile stehen weitere Informationen, etwa das Unternehmen, der Studiengang, die Funktion o.ä.
Unter dem Endetitel oder Teamgrafik versteht man eine Einblendung am Ende des Videos. Es kann z.B. eine transparente Fläche sein, die das linke oder rechte Drittel des Bildes überlagert. Darauf schreibst du, wer am Video mitgewirkt hat. Außerdem eventuell notwendige Credits für Musik oder Fremdmaterial.
Urheberrechtlich geschütztes Material muss in jedem Fall an der Stelle gekennzeichnet werden, so es zu sehen ist. Erkundige dich vorab, nach welchen Regeln das von dir verwendete Material gekennzeichnet werden muss.
Für Social Media Beiträge, Abschnitte in einer anderen Sprache oder schwer verständliche Passagen solltest du Untertitel erstellen. Hier ist wichtig, dass sie gut lesbar sind, nicht mehr als zwei-zeilig und nach Sinnabschnitten unterteilt. Bei Social Media musst du außerdem darauf achten, dass die Schrift nicht von der Navigation der Plattform verdeckt wird.
Bitte schaue dir das folgende Video an und formuliere einen aussagekräftigen Titel und Teaser. Suche eine Vorschaubild heraus, das das Thema auf einen Blick wiedergibt.
Wenn du alle Dateien und Informationen beisammen hast, schickst du sie der Person, die für die Veröffentlichung verantwortlich ist zur Abnahme. Nach dem 4-Augen-Prinzip prüft sie, ob alles stimmt und deine Produktion online gehen kann 👏
Hast du dir Gedanken gemacht, wie du deiner Medienproduktion mit Hilfe von Liquid Storytelling zu mehr Aufmerksamkeit verhelfen kannst? Im Video findest du einige Beispiele für Instagram-Storys.
Crossmediale Medienproduktion lernen - kostenfreies Tutorial
#11 ✂️ Rohschnitt & Sprechertext
7. Oktober 2021
Crossmediale Medienproduktion lernen - kostenfreies Tutorial
#10 🧊 Verflüssige deine Idee
7. Oktober 2021
KI und Medienkompetenz
Journalismus: Hoffnung, Vertrauen & Verantwortung #re:publica26
26. Mai 2026